VON DER ROHSTOFFBASIS ZUR MOBILITÄT OHNE FOSSILE BRENNSTOFFE

Red. TSP

27/03/2026

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HVO 100 Betankung für Diesel in deutschen Werken (12/2024) – (Credit: BMW)

EUROPAS POTENZIAL FÜR EINEN MARKT ERNEUERBARER KRAFTSTOFFE.

In Europa stellt sich immer dringlicher die Frage, wie wir uns in Zukunft bewegen können, ohne auf Erdöl angewiesen zu sein. Eine neue Studie von vier bedeutenden Institutionen – dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), dem Deutschen Biomasseforschungszentrum (DBFZ), FREYBERGER engineering und BMW – liefert dazu wichtige Antworten.

Die Grundidee ist einfach:

  • Elektromobilität allein reicht nicht aus. Sie ist wichtig, aber sie kann die CO₂‑Reduktion im Verkehr nicht im Alleingang stemmen.
  • Alle verfügbaren Lösungen, die CO₂ einsparen, müssen genutzt werden – auch solche, die mit heutigen Motoren kompatibel sind.
  • Dazu gehören erneuerbare Kraftstoffe, sogenannte Carbon Neutral Fuels (CNF), die deutlich weniger CO₂ verursachen und ohne technische Anpassungen eingesetzt werden können.

Die wichtigsten Zahlen

Die Modellierungen zeigen:

2030 könnten CNF 38–67 % des europäischen Kraftstoffbedarfs im Straßenverkehr decken;

2040 erreicht das hohe Szenario 107 % – theoretische Selbstversorgung;

Gebrauchte Speiseöle (UCO) machen lediglich 1 % des gesamten Potenzials aus. Der Großteil stammt aus landwirtschaftlichen Reststoffen, Forstabfällen, organischen Abfällen und nicht essbaren Energiepflanzen.

Die Kernaussage

Das Potenzial ist vorhanden. Erneuerbare Kraftstoffe können ein wichtiger Baustein im europäischen Energiemix werden – sofort nutzbar, ohne Umbauten und ohne neue Infrastruktur. Damit dieses Potenzial Realität wird, braucht es jedoch klare politische Rahmenbedingungen, Investitionen und eine intelligente Kombination aller verfügbaren Technologien.

Originaldokument
Vollständige Studie “From raw material to fossil‑free mobility” (PDF, 60 Seiten).
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