FERRARI SF-26 IN FIORANO ENTHÜLLT – FÜR DIE NEUE ÄRA IN DER FORMEL 1

Red. TSP

24/01/2026

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Ferrari SF-26 - (Credit: Ferrari)

DER 72. FORMEL-1-EINZELSITZER DES SCUDERIA IST DER ERSTE DES NEUEN REGELWERKSZYKLUS –

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Ferrari SF-26 – (Credit: Ferrari)

Die Scuderia Ferrari HP hat in Fiorano die SF‑26 vorgestellt – den 72. Formel‑1‑Boliden aus Maranello und das erste Auto des neuen technischen Reglements, das die Königsklasse ab 2026 grundlegend verändert. Der Saisonauftakt ist für den 8. März in Australien geplant, doch schon jetzt markiert die Präsentation einen Wendepunkt: Die SF‑26 ist nicht nur ein neues Auto, sondern der Beginn einer völlig neuen Entwicklungsphase für die gesamte Formel 1.

Ein komplett neu entwickeltes Konzept

Das technische Umfeld für 2026 wurde von Grund auf erneuert. Die SF‑26 verabschiedet sich vom Ground‑Effect‑Konzept und setzt auf eine vereinfachte, effizientere Aerodynamik, die auf geringeres Gewicht und klarere Linien ausgelegt ist. Die Proportionen wirken schlanker, die Oberflächen ruhiger – ein Ansatz, der die neuen Vorgaben der FIA widerspiegelt, die auf leichtere, agilere Fahrzeuge abzielen.

Im Zentrum steht die neue Hybrid‑Power‑Unit‑Generation. Die MGU‑H entfällt vollständig, während die MGU‑K auf 350 kW Leistung anwächst und mit bis zu 1.000 Volt betrieben wird. Diese tiefgreifende Veränderung erfordert eine engere Verzahnung zwischen Chassis und Antriebseinheit und zwingt die Teams zu einem völlig neuen Packaging‑Ansatz. Ferrari spricht von einem „Neuanfang auf weißem Papier“, der alle Bereiche der Konstruktion betrifft.

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Ferrari unveils the SF-26

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Design, Farben und Identität

Die SF‑26 präsentiert sich mit einer klareren, reduzierten Formensprache. Die Designer haben bewusst auf funktionale Einfachheit gesetzt, um eine robuste Basis für die Weiterentwicklung während der Saison zu schaffen.

Optisch fällt vor allem die Rückkehr zum glänzenden Lack auf – nach sieben Jahren matter Oberfläche. Das neue Rosso Scuderia wirkt intensiver und lebendiger, inspiriert von der Sonderlackierung des Monza‑Wochenendes 2025 und zugleich eine Hommage an die Ferrari‑Ära um die Jahrtausendwende.

Der weiße Akzentbereich rund um Cockpit und Motorabdeckung setzt einen markanten Kontrast und stärkt die visuelle Identität des Autos. Er knüpft an historische Elemente an, interpretiert sie aber modern und klar. Zusammen ergeben Rot und Weiß ein Gleichgewicht zwischen Tradition und Zukunft – ein Leitmotiv, das Ferrari bewusst in die neue technische Ära trägt.

Stimmen der Fahrer

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Charles Leclerc – Ferrari HP unveils the SF-26 – (Credit: Ferrari)

Charles Leclerc betont die enorme Komplexität der neuen Regeln: „Die 2026er‑Regeln verlangen eine noch intensivere Vorbereitung, besonders für uns Fahrer. Viele Systeme sind neu, und wir haben schon früh im Entwicklungsprozess eng mit den Ingenieuren gearbeitet. Das Energiemanagement wird einer der entscheidenden Punkte sein. Wir müssen uns schnell anpassen – zuerst mit Instinkt, dann mit präzisen Daten. Die Unterstützung der Fans wird dieses Jahr besonders wichtig sein. Sie macht Ferrari einzigartig und treibt uns an, immer alles zu geben.“

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Lewis Hamilton – Ferrari HP unveils the SF-26 – (Credit: Ferrari)

Lewis Hamilton, der die neue Ära als eine der größten Herausforderungen seiner Karriere beschreibt, ergänzt: „2026 ist für alle eine riesige Aufgabe – wahrscheinlich die größte Regeländerung, die ich je erlebt habe. In solchen Momenten dreht sich alles um Entwicklung und darum, als Team in die gleiche Richtung zu wachsen. Es war faszinierend, von Anfang an in die technische Ausrichtung der SF‑26 eingebunden zu sein. Das Jahr wird technisch extrem anspruchsvoll, und die Rolle des Fahrers wird zentral sein, besonders beim Energiemanagement und beim Verständnis der neuen Systeme. Wir gehen diese Herausforderung gemeinsam an – mit der unglaublichen Unterstützung unserer Fans.“

Der Blick auf die ersten Testfahrten

Bereits nächste Woche beginnt in Barcelona das kollektive Shakedown‑Programm, gefolgt von zwei Testwochen in Bahrain. Für Ferrari startet damit die entscheidende Phase: Die Theorie trifft auf die Realität der Strecke.

In einem Umfeld, in dem alle Teams bei null beginnen, setzt Ferrari auf methodisches Arbeiten, präzise Datenauswertung und eine kontrollierte Entwicklungskurve. Die SF‑26 ist das Ergebnis eines Balanceakts zwischen Bewährtem und Neuem – ein Auto, das die DNA der Scuderia trägt und gleichzeitig den Weg in eine elektrifiziertere, technisch anspruchsvollere Zukunft weist.

TECHNISCHES DATENBLATT SF-26

Chassis

  • Rahmen aus Carbonfaser-Wabenverbundwerkstoff mit Halo-Schutz für den Fahrgastraum
  • Karosserie und Sitz aus Carbonfaser
  • Ferrari-Längsgetriebe mit 8 Gängen plus Rückwärtsgang
  • Hydraulisch gesteuertes Hinterachsdifferenzial
  • Selbstbelüftende Brembo-Scheibenbremsen aus Carbon (vorne und hinten) und elektronisches Bremskontrollsystem an den Hinterrädern
  • Vorder- und Hinterradaufhängung mit Pushrod-System
  • Gesamtgewicht mit Wasser, Öl und Fahrer: 770 kg
  • Vorder- und Hinterräder: 18”

Antrieb

  • Kompressormotor
  • Bezeichnung: 067/6
  • Hubraum: 1.600 ccm
  • Aufladung: Einzelturbo
  • Maximale Drehzahl des Turbos: 150.000 U/min
  • Maximale Energieabgabe Benzin: 3.000 MJ/h
  • Konfiguration: V6 90°
  • Anzahl Zylinder: 6
  • Bohrung: 80 mm
  • Hub: 53 mm
  • Ventile: 4 pro Zylinder
  • Direkteinspritzung, max. 350 bar

ERS-System

  • Konfiguration: Hybrid-Energie-Rückgewinnungssystem mit einem elektrischen Motorgenerator (MGU-K)
  • Batteriepaket: Lithium-Ionen-Batterien, Mindestgewicht mit Steuerelektronik 35 kg
  • Batterieenergie: 4 MJ max. Delta SOC, 9 MJ max. Energie beim Aufladen
  • Max. Betriebsspannung: 1.000 V
  • MGU-K-Leistung: 350 kW
  • Max. Drehzahl MGU-K: 60.000