DER NUTZFAHRZEUGMARKT WÄCHST UM 6,7 PROZENT. STARKES BEV‑PLUS IM SCHWEREN SEGMENT, WÄHREND DIE „BOURGEOIS‑FAHRZEUGE“ WEITER AUSGEBREMST BLEIBEN.
Der Schweizer Nutzfahrzeugmarkt startet elektrisch ins Jahr 2026. Laut auto‑schweiz wurden im ersten Quartal 9’406 neue Nutzfahrzeuge zugelassen – ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders dynamisch entwickelt sich das schwere Segment über 3,5 Tonnen: 26,8 Prozent der Neuzulassungen sind rein elektrisch.
Auch bei den Lastwagen über 16 Tonnen zeigt sich der Trend deutlich: 25,1 Prozent fahren emissionsfrei. Für auto‑schweiz ist das ein Zeichen dafür, dass ein stimulierendes regulatorisches Umfeld wirkt und Investitionen erleichtert.
Weniger Schwung zeigen die leichten Nutzfahrzeuge bis 3,5 Tonnen, die um 4,3 Prozent wachsen. Der BEV‑Anteil liegt hier bei 12,2 Prozent, Plug‑in‑Hybride erreichen 3,1 Prozent.
Weiterhin schwierig bleibt die Situation der „Bourgeois‑Fahrzeuge“ bis 4,25 Tonnen. Trotz politischer Vorstösse stagnieren die Zulassungen – sie machen nur 5 Prozent der Neufahrzeuge in der Klasse 3,5–16 Tonnen aus. Grund sind regulatorische Hürden, die den Markthochlauf bremsen.
„Die Elektrifizierung gewinnt an Fahrt, aber je nach Einsatzgebiet unterschiedlich schnell. Planungssicherheit bleibt entscheidend“, betont auto‑schweiz‑Direktor Thomas Rücker.
Was sind Bourgeois-Fahrzeuge?
Diese sogenannten Bourgeois-Fahrzeuge verdanken ihren Namen einem politischen Vorstoss von Alt Nationalrat Jacques Bourgeois. Dieser hatte den Bundesrat in einer Motion aufgefordert, das zulässige Gesamtgewicht von Lieferwagen mit emissionsfreiem Antrieb von 3,5 auf 4,25 Tonnen zu erhöhen, soweit die Gewichtserhöhung rein auf das Mehrgewicht des alternativen Antriebs zurückzuführen ist. Die betroffenen Fahrzeuge müssen allerdings die technischen Vorschriften für Fahrzeuge mit einem Gewicht zwischen 3,5 und 12 Tonnen erfüllen. Der Gesetzgeber und die Politik haben erkannt, dass es weitere Hürden abzubauen gilt, um den Wechsel zu emissionsfreien Lieferwagen zu beschleunigen. Vor kurzem wurde die Vernehmlassung über weitere Erleichterungen für «Bourgeois-Fahrzeuge» und ihre Chauffeure abgeschlossen. Derzeit wertet der Bundesrat die Vernehmlassungsantworten aus. Auch auto-schweiz hat sich für weitere Erleichterungen stark gemacht.
Red. TSP
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