Noch unlängst als Billig-Marke von Renault verschrien, entwickelt sich DACIA mit neuem Auftritt und stetiger Aufwertung der Modellpalette zum Life-Style-Brand. Tiefe Preise und «Weniger ist mehr für die Kunden» lautet das Erfolgsrezept –
Text Michael Rebsamen – Foto Dacia

Tuttosprint war beim letztwöchigen DACIA-Talk im stylischen B2-Hotel im Hürlimann-Areal in Zürich dabei. CEO Claudia Meyer, sie verantwortet in der Schweiz die vier Konzernmarken Renault, Dacia, Alpine und Mobilize, konnte nicht unerwartet weiter steigende Absatzzahlen vermelden. Im europäischen PW-Markt wächst Dacia in den ersten neun Monaten 2023 um 19,6 % in einem um 16,9 % gestiegenen Markt. Der Dacia Sandero ist seit 2017 und mit 199’516 Einheiten der meistverkaufte PW für Privatkunden. Mit 154’460 Verkäufen liegt der Dacia Duster nach wie vor auf dem Podium der SUV’s an Privatkunden in Europa. In der Schweiz waren es 5’673 PW und SUV’s, ein Anstieg von 6 % gegenüber ersten neun Vorjahresmonaten. Alle vier der hierzulande angebotenen Dacia belegen Spitzenränge im jeweiligen Segment. Jogger und Duster sind die Nr. 1, der Sandero und der vollelektrische Dacia Spring belegen den zweiten Rang, auch hier bei Verkäufen an Privatkunden.
Weniger ist mehr für die Kunden
Der Dacia Sandero kostet ab Fr. 14’590.- und der Dacia Spring ab Fr. 14’990.-. Damit ist er das günstigste Elektrofahrzeug in der Schweiz. Wie kann Dacia seine Fahrzeuge zu solch tiefen Neuwagen-Preisen anbieten? Eine Antwort lieferte Marc Suess, Engineering-Chef von Dacia. Anders als bei Renault sind bei den Dacia-Fahrzeugen weniger Fahrassistenz-Systeme verbaut, dies spart Kosten. In einem Dacia werden die Insassen nicht ständig von Piep-Warnsignalen belästigt. An der Sicherheit der Struktur und der Anzahl an Airbags wird jedoch nicht gespart. Dies erklärt das mittelmässige Abschneiden der Dacia-Modelle beim europäischen NCAP-Test, wo diverse Assistenz-Systeme vorausgesetzt werden. Der Dacia Jogger zum Beispiel erhält als Siebensitzer lediglich einen von fünf Sternen, ist aber dennoch ein sicheres Auto. Kostengünstig wirkt sich auch die Produktion in den Ländern Rumänien, Marokko und China, wo die Fachkräfte billiger zu haben sind.
Dacia Duster – Foto Thomas Antoine / Dacia Dacia Duster Extreme – Foto Thomas Antoine / Dacia
Neuer Dacia Duster
Seit seiner Lancierung im Jahr 2010 wurden mehr als 2,2 Millionen Duster produziert, der Duster ist Inbegriff des «SUV für Jedermann». 2017 folgte die zweite Generation. Mittlerweile läuft praktisch jede Minute im Dacia Werk in Pitesti/Rumänien ein Duster vom Band, täglich etwa 1’000 Einheiten. Keine Kosten gescheut haben die Rumänen beim neuen Dacia Duster, der eine komplett Neukonstruktion ist. Der Aufbau auf der neuen CMF-B-Plattform soll noch mehr Fahrvergnügen bieten. Hier können hocheffiziente Mild- und Vollantriebe integriert werden. Den neuen Duster gibt’s als Hybrid mit einer Gesamtleistung von 140 PS. Dabei wird ein 1,6-Liter-Vierzylinder-94 PS-Benziner mit zwei auf den Achsen liegenden Elektromotoren mit je 49 PS kombiniert. Fertig ist der 4×4-Antrieb. Die Kraft wird durch ein kupplungsloses Multi-Mode-Automatikgetriebe übertragen. Als Mildhybrid leistet der TCe 130 PS und ist mit manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe in den Versionen 4×4 und 4×2 erhältlich. Pfiffig und hochwertiger sind Design Innen und Aussen, vermehrt kommen recyclierte Werkstoffe zum Einsatz. Die neue Front von Jogger und Sandero ziert auch den Duster, insgesamt ist die Modellpalette stylischer und attraktiver geworden. Mit vielfältigen Ausstattungspaketen wird der neue Duster zum Outdoor- und Gelände-Freund.