FORMEL 1 SEPANG 2026 – DAS RENNEN AUS SICHT DER REIFEN

Red. TSP

04/10/2026

Max Verstappen - Oracle Red Bull Racing RB22

Max Verstappen - Oracle Red Bull Racing RB22. Credit Pirelli.

Max Verstappen feierte seinen ersten Sieg der Saison 2026. Der Niederländer gewann den Grossen Preis von Bahrain auf dem Sepang International Circuit in Malaysia. Für Red Bull hat dieser Erfolg zusätzliche Bedeutung, denn es handelt sich um den ersten Sieg mit einer vollständig im eigenen Haus entwickelten und gebauten Antriebseinheit.

Das Rennen verlief von Beginn an turbulent. Wegen stehenden Wassers in mehreren Kurven verschob die Rennleitung den Start. Als das Feld schliesslich ins Rennen ging, zeigte sich bei der Reifenwahl ein vielfältiges Bild: Neun Fahrer entschieden sich für Intermediates, während der Rest des Feldes mit Soft- oder Medium-Reifen startete.

Bereits in den ersten Runden wurde deutlich, dass die Strecke für Slicks noch zu nass war. Weitere sechs Fahrer kehrten deshalb schon früh an die Box zurück, um auf Intermediates zu wechseln. Nach neun Runden wurde das Safety Car ausgelöst, nachdem Valtteri Bottas von der Strecke gerutscht war.

Nach dem Neustart war die Fahrbahn nahezu trocken und sämtliche Fahrer wechselten auf Slicks. Im Verlauf des Rennens kamen damit alle verfügbaren Mischungen zum Einsatz, mit Ausnahme der Full-Wet-Reifen.

Verstappen baute zunächst einen komfortablen Vorsprung auf die beiden Mercedes-Piloten auf. Dieser wurde jedoch durch eine Virtual Safety Car neutralisiert, die später in eine Safety-Car-Phase überging. Der Red-Bull-Fahrer hatte bereits zehn Runden zuvor einen Boxenstopp eingelegt, um einen Satz Soft-Reifen zu montieren. Sowohl er als auch Kimi Antonelli, der das Rennen auf Rang zwei beendete, nutzten die Neutralisierung für einen weiteren Reifenwechsel auf gebrauchte Soft.

In den Schlussrunden hielt Verstappen dem Druck von Antonelli stand und sicherte sich den Sieg. Lewis Hamilton belegte für Ferrari den dritten Platz. Der Brite gehörte zu den wenigen Fahrern, die keine Intermediates einsetzten. Er startete auf Soft, absolvierte damit 31 Runden und wechselte anschliessend auf gebrauchte Medium-Reifen, bevor er während der Virtual Safety Car nochmals gebrauchte Soft für den letzten Abschnitt des Rennens aufzog.

Antonelli setzte auf die Strategie Intermediate-Medium-Soft-Soft, während Verstappen auf Intermediate-Soft-Soft-Soft vertraute. Hamilton absolvierte das Rennen mit Soft-Medium-Soft. Auf dem Podium standen damit drei Fahrer aus drei verschiedenen Teams, die jeweils eine andere Strategie gewählt hatten.

DARIO MARRAFUSCHI – MOTORSPORT-DIREKTOR VON PIRELLI

„Sepang war das erste echte Rennen der Saison, in dem wir einen bedeutenden Einsatz des Intermediates gesehen haben. Unter den heutigen Bedingungen zeigte der Reifen ein positives Verhalten und gewährleistete über den gesamten Einsatzzeitraum hinweg ein hohes Gripniveau sowie eine konstante Leistung. In den letzten Runden, als die Strecke zunehmend abtrocknete, zeigte sich ein leichtes Graining auf den Regenreifen, ohne dass besondere Verschleissprobleme auftraten, obwohl der Asphalt sehr abrasiv war. Die Umgebungsbedingungen hatten einen entscheidenden Einfluss auf den Grossen Preis von Malaysia. Die Temperaturen lagen deutlich unter jenen der vorangegangenen Tage und nach dem Starkregen vor dem Start blieb die Strecke während eines grossen Teils des Rennens feucht. Dies trug dazu bei, die Reifentemperaturen unter Kontrolle zu halten und den thermischen Verschleiss zu reduzieren. In diesem Szenario erwies sich die Soft-Mischung als besonders konkurrenzfähig. Sie ermöglichte sehr lange Stints und eine konstante Leistung, auch dank der schrittweisen Annäherung an das von den Teams am Freitag getestete Einsatzfenster. Einige Fahrer konnten nahezu die Hälfte des Rennens mit der weichsten Mischung absolvieren, während die Neutralisierungen viele Teams dazu veranlassten, in der Schlussphase auf die C4-Mischung zu setzen. Auch Hard und Medium zeigten ein regelmässiges und vorhersehbares Verhalten. Trotz eines geringeren Gripniveaus im Vergleich zur Soft bestätigten sie sich als valable Optionen sowohl für die Spitzenteams als auch für die Mannschaften im Mittelfeld.“

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