2025 ÜBERTREFFEN STECKERFAHRZEUGE ERSTMALS VERBRENNER – UND DER ELEKTRO-LKW-SEKTOR SETZT EIN BESONDERS STARKES ZEICHEN –
(Quelle: Swiss eMobility)
Im Jahr 2025 ist die Elektromobilität in der Schweiz weitergewachsen – allerdings ohne den Schwung, der nötig wäre, um den Rückstand auf Europa aufzuholen. Mehr als jedes fünfte neu zugelassene Auto war, vollständig elektrisch, und zusammen mit den Plug-in-Hybriden erreichten die Steckerfahrzeuge rund ein Drittel des Marktes. Ein solides Ergebnis, das jedoch nicht ausreicht, um die Klimaziele zu erfüllen.
Die Benzin- und Dieselfahrzeuge verloren erneut deutlich an Marktanteilen, doch die Zunahme der Elektroautos konnte den insgesamt rückläufigen Neuwagenmarkt nicht kompensieren. «Die Kurve zeigt endlich wieder nach oben, aber zu langsam», sagt Geoffrey Orlando von Swiss eMobility. Die CO₂-Ziele für 2025 wurden klar verfehlt.
Auch im internationalen Vergleich schneidet die Schweiz bescheiden ab. Das Wachstum von 8 Prozent liegt weit unter dem europäischen Durchschnitt von rund 20 Prozent, und Länder wie Island legen mit 125 Prozent ein ganz anderes Tempo vor. Die Schweiz fällt im internationalen Ranking auf Platz 13 zurück – ein Zeichen dafür, dass das vorhandene Potenzial nicht ausgeschöpft wird. «Es fehlt eine nationale Strategie zur Dekarbonisierung des Verkehrs», betont Orlando.
Ein Blick auf das vergangene Jahrzehnt zeigt dennoch eine beeindruckende Entwicklung: 2015 lag der Marktanteil der Elektroautos bei nur 1 Prozent. Heute übertreffen die Steckerfahrzeuge erstmals die Verbrenner – ein symbolischer Wendepunkt.
Bei den Modellen dominieren weiterhin elektrische SUVs und Crossover. Das Tesla Model Y gehört erneut zu den meistverkauften Elektroautos, während Škoda Tesla als meistverkaufte Elektromarke ablöst. Die Angebotsvielfalt wächst und stärkt die Akzeptanz.
Die öffentliche Ladeinfrastruktur wird weiter ausgebaut, auch wenn das Ziel von 20’000 Ladepunkten bis Ende 2025 verfehlt wurde. Gleichzeitig bleiben die regionalen Unterschiede gross: Die Deutschschweiz liegt klar vorne, andere Landesteile hinken hinterher.

Deutlich dynamischer entwickelt sich der Nutzfahrzeugbereich. Die leichten Elektrotransporter erreichen über 15 Prozent Marktanteil, während die Schweiz bei den schweren Elektro-Lkw mit 21 Prozent europäische Spitzenreiterin bleibt. Vorreiterunternehmen wie Galliker, Hugelshofer oder Dreier zeigen, dass Elektromobilität auch im Schwerverkehr funktioniert. Swiss eMobility blickt vorsichtig optimistisch auf 2026: Wenn regulatorische Hürden abgebaut und Rahmenbedingungen geklärt werden, könnte die Marktdynamik deutlich zunehmen. Vorerst bleibt die Elektromobilität auf Wachstumskurs – aber noch nicht mit der Kraft, die das Land eigentlich entfalten könnte.