Mailand ist wieder Nabel der Motorradwelt: Ab Donnerstag, 5. November, bis am Sonntag, 8. November 2026, öffnet die EICMA, die grösste Motorradmesse der Welt, ihre Tore fürs Publikum. Ein erster Rundgang zeigt, worauf wir uns in der Motorradsaison 2027 freuen dürfen.
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⟡ Text und Fotos: Daniel Huber
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Die Zahlen sind rekordverdächtig: 754 Aussteller mit 2120 Marken aus 52 Ländern füllen in Rho bei Mailand zehn Hallen. Im Vorjahr kamen über 600 000 Besucherinnen und Besucher. Die EICMA, in diesem Jahr in der 83. Ausgabe, ist Premierenbühne, Branchentreff und Stimmungsbarometer zugleich. Wer hier nicht zeigt, was er im nächsten Jahr bringt, wird kaum wahrgenommen.
Fünf Trends prägen den Rundgang. Erstens bauen die Hersteller das Angebot an Ein- und Aufsteiger-Modellen zwischen 400 und 800 Kubik massiv aus. Zweitens fächern sich die grossen Reiseenduros in immer mehr Varianten auf: vom Langstrecken-Reisemotorrad bis zur geländescharfen Enduro. Drittens geht das Wettrüsten bei den Supersportlern ungebremst weiter, mit weit über 200 PS, Winglets und exklusiven Fahrwerken.
Viertens bleiben Elektromotorräder eine Randerscheinung – im wahrsten Sinn des Wortes: Man findet sie meist in den wenig frequentierten Randgängen der Hallen und auch bei den grossen Herstellern fristen sie ein stiefmütterliches Dasein. Fünftens treten die chinesischen Hersteller immer selbstbewusster auf. CFMoto zeigt einen V4-Supersportler mit über 210 PS und aktiven Winglets, Benda baut eigene V2- und V4-Familien aus, Kove zeigt eine breite Palette vom Rally-Einzylinder bis zum E-Projekt.
Die wichtigsten Neuheiten
Honda liefert die meisten Schlagzeilen. Die Africa Twin wächst auf rund 1150 Kubik und kommt in drei Varianten, neu auch als geländeorientierte Enduro Sports. Dazu eine stark überarbeitete Fireblade, der V3R-900-Kompressor als geplantes Serienmodell und mit der CBR500R Four die Rückkehr eines kleinen Vierzylinders.
Yamaha überrascht mit der RW-Familie: Adventure-Roller mit langen Federwegen, im RW700 mit dem CP2-Zweizylinder und automatisiertem Y-AMT-Getriebe. Statt der erhofften grossen Ténéré gibt es das Versprechen für eine kleinere Ténéré 4, die als Concept angekündigt wird.
Suzuki stellt mit der GSX-10R einen vollverkleideten Vierzylinder-Sportler vor, der eher auf die Landstrasse als auf die Rennstrecke zielt. Ebenfalls neu ist die SV-7S, ein zugängliches Naked Bike mit V2.
Kawasaki bringt mit der Versys 900 (122 PS) einen strassenbetonten Crossover und mit der KLE650 eine neue Mittelklasse-Enduro. Die Ninja H2 feiert ihr Comeback, der vierbeinige Wasserstoff-Roboter Corleo bleibt Zukunftsmusik.
BMW spannt den grössten Bogen: Die F 450 R und F 450 RR mit je 48 PS zielen auf A2-Einsteiger, die auf 1000 Stück limitierte M 1000 RS mit 218 PS auf Sammler.
Ducati setzt auf die neue DesertX Rally mit 110 PS, eine erneuerte Diavel V4 und drei exklusive SP-Modelle. Die Desmo250 EDS gibt einen Ausblick auf den Einstieg ins Enduro-Geschäft.
Piaggio-Gruppe: Moto Guzzi wagt mit der The Trip 500 einen A2-Roadster mit Parallel-Twin statt V2. Aprilia setzt auf Sondermodelle, Vespa zeigt elektrische Primavera- und Sprint-S-Versionen.
Triumph macht die Bonneville kleiner: Die T40 überträgt den Klassiker-Look auf die 400er-Einzylinderplattform.
Harley-Davidson geht denselben Weg: Die Sprint 440 mit 27 PS ist der leichteste und günstigste Einstieg in die Marke.
Das Fazit des Vorabrundgangs: Die Branche investiert gleichzeitig in die Spitze und in den Einstieg. Selbst so Traditionsmarken wie Triumph und Harley bauen ihr Angebot am unteren Ende der Hubraumpalette weiter aus.
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Die EICMA 2026 zeigt den Boom der A2-Motorräder, neue Reiseenduros und den Aufstieg chinesischer Hersteller. Das sind die wichtigsten Neuheiten für 2027.
Red. TSP
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