Andrea Kimi Antonelli hat beim Grossen Preis von Mexiko-Stadt Geschichte geschrieben. Der Mercedes-Pilot fuhr auf den dritten Platz und sicherte sich damit vorzeitig die Formel-1-Weltmeisterschaft 2026. Mit 20 Jahren und 68 Tagen ist der Italiener der jüngste Weltmeister in der Geschichte der Königsklasse und löst damit Sebastian Vettel als bisherigen Rekordhalter ab.

Für den ehemaligen Mercedes-Junior ist es der Höhepunkt einer aussergewöhnlichen Saison. Gleichzeitig beendet Antonelli eine jahrzehntelange Durststrecke seines Landes: Er ist der erste italienische Formel-1-Weltmeister seit Alberto Ascari im Jahr 1953 und erst der dritte Italiener überhaupt nach Giuseppe Farina und Ascari.
Ein Rennen mit Wendungen
Von Startplatz vier zeigte Antonelli eine reife und kontrollierte Leistung. Während viele Konkurrenten früh an die Box kamen, managte der Mercedes-Pilot seine weichen Reifen über mehr als 40 Runden hinweg und verschaffte sich damit eine vielversprechende strategische Ausgangslage im Kampf um das Podium.
Doch ein schwerer Unfall von Cadillac-Fahrer Valtteri Bottas führte zu einer Roten Flagge und machte den zuvor erarbeiteten Reifenvorteil zunichte. Zum Zeitpunkt der Unterbrechung lag Antonelli auf Rang drei, musste das Rennen nach dem Neustart jedoch als Vierter wieder aufnehmen.
Lange hielt ihn das allerdings nicht auf. Bereits in der zweiten Runde nach dem Re-Start setzte er sich mit einem entschlossenen Manöver in Kurve 1 gegen Charles Leclerc durch und eroberte den Podestplatz zurück. Anschliessend brachte er das Rennen souverän zu Ende und sicherte sich sein 17. Podium der Saison sowie den WM-Titel.
Schwieriger Nachmittag für Russell
Teamkollege George Russell erlebte dagegen einen frustrierenden Grand Prix. Nach einem starken Start von Position zwei verlor der Brite durch ein Problem bei der Energiefreigabe auf der Anfahrt zur ersten Kurve mehrere Plätze.
Später erhielt Russell nach einer Kollision mit Isack Hadjar eine Zehn-Sekunden-Strafe. Trotz der Rückschläge zeigte er eine solide Pace, arbeitete sich durchs Feld und kam schliesslich auf Rang sechs ins Ziel.
Emotionale Worte des neuen Champions
Nach dem Rennen fiel es Antonelli sichtbar schwer, seine Gefühle in Worte zu fassen.
Der Italiener sprach von einem Moment, den er niemals vergessen werde. Die Weltmeisterschaft sei das Resultat einer fantastischen Saison und einer langjährigen Zusammenarbeit mit Mercedes. Besonders hob er die Unterstützung des Teams, seiner Familie und aller Menschen hervor, die ihn auf seinem Weg begleitet hätten.
Wolff: «Wir haben immer an ihn geglaubt»
Mercedes-Teamchef Toto Wolff zeigte sich tief beeindruckt von der Leistung seines Schützlings.
Für den Österreicher steht nicht nur der Rekord im Mittelpunkt, sondern vor allem die Entwicklung des jungen Italieners. Gerade nach den Zweifeln und Diskussionen rund um dessen Formel-1-Debüt sei es aussergewöhnlich zu sehen, wie Antonelli die Erwartungen erfüllt und sich innerhalb kurzer Zeit zu einem Weltmeister entwickelt habe.
Historischer Erfolg für Mercedes
Der Titelgewinn ist auch ein Meilenstein für Mercedes. Antonelli ist der erste Absolvent des Nachwuchsprogramms der Marke mit dem Stern, der den Fahrertitel in der Formel 1 gewinnt.
Gleichzeitig sichert er Mercedes den zehnten Fahrertitel der Teamgeschichte. Trotz der Feierlichkeiten richtet sich der Blick bereits auf die verbleibenden Rennen: Ziel ist es nun, auch die Konstrukteurs-Weltmeisterschaft nach Brackley zu holen. Für Antonelli jedoch steht fest: Mexiko 2026 wird für immer jenes Wochenende bleiben, an dem er Formel-1-Geschichte geschrieben hat.
Red. TSP
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