F1 2026 GP BARCELLONA-CATALUNYA – DAS RENNEN AUS REIFENSICHT

Red. TSP

15/06/2026

Lewis Hamilton wins his 1st GP with Ferrari at Barcelona-Catalunya

Lewis Hamilton wins his 1st GP with Ferrari at Barcelona-Catalunya – (Credit: Pirelli)

DIE REIFENSTRATEGIE EBNET HAMILTONS ERSTEN FERRARI‑SIEG –

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von Barcelona‑Catalunya gewonnen und damit ein neues Kapitel seiner Karriere in Rot aufgeschlagen: Es ist sein erster Sieg am Steuer einer Ferrari‑F1‑75. Dahinter belegten George Russell den zweiten und Lando Norris den dritten Platz.

Aus strategischer Sicht bot das Rennen enorme Spannung. Hamilton setzte auf eine Drei‑Stopp‑Strategie: Der Ferrari‑Pilot startete auf Soft, wechselte in Runde 11 auf Hard und montierte nach 27 Runden die Medium. In Runde 41 – während einer VSC‑Phase – folgte der letzte Wechsel zurück auf Hard, mit denen er den Sieg ins Ziel brachte.

Während Hamilton alle verfügbaren Mischungen einsetzte, vertrauten Russell und Norris ausschliesslich auf Medium und Hard. Beide entschieden sich für zwei Stopps, starteten auf Medium und absolvierten des finalen Stints auf Hard.

Bei hohen Temperaturen – der Asphalt erreichte bis zu 53°C – kamen Strategien von zwei bis vier Stopps zum Einsatz, mit einem breiten Mix an Reifenwahl. Neun Fahrer nutzten alle drei für das Wochenende ausgewählten Mischungen.

Im Kampf um die Weltmeisterschaft verkürzte Hamilton den Rückstand auf Spitzenreiter Kimi Antonelli. Der Italiener musste das Rennen in der Schlussphase aufgeben, führt aber weiterhin mit 156 Punkten. Hamilton folgt nun mit 41 Zählern Rückstand, während George Russell mit 106 Punkten auf Platz drei liegt – 50 Punkte hinter Antonelli.

DARIO MARRAFUSCHI – MOTORSPORTDIREKTOR PIRELLI

„Der Grand Prix von Barcelona war eines der interessantesten Rennen seit Saisonbeginn, insbesondere was den Einsatz der Reifen betrifft. Die Pneus spielten eine zentrale Rolle: Aufgrund des ausgeprägten Abbaus – verursacht durch die hohen Temperaturen und die Entscheidung, weichere Mischungen als 2025 mitzubringen – wurden sie zu den Figuren einer intensiven Schachpartie, die sowohl fahrerische Fähigkeiten als auch strategische Kompetenz der Teams hervorhob. Die Zwei‑Stopp‑Strategie erwies sich als sehr effektiv im Renntrimm, doch der wahre Schlüssel zum Erfolg war die Entscheidung einiger Teams, direkt auf drei Stopps zu setzen. Ferrari etwa wählte unterschiedliche Strategien für seine beiden Fahrer: Leclerc stoppte zweimal, während die drei Stopps von Lewis Hamilton ihm seinen ersten Sieg in Rot ermöglichten. Durch das deutliche Vorziehen des ersten Stopps gegenüber den empfohlenen Fenstern nutzte das Team den Undercut optimal aus und zwang die Konkurrenz, nachzuziehen. Diese Option hatte Ferrari vermutlich schon früh als die konkurrenzfähigste für Hamilton identifiziert. Der Vorteil wurde bis zur Zielflagge verwaltet – auch dank der Zeit, die während einer Virtual Safety Car‑Phase gewonnen wurde. Im Verhalten der Reifen gab es keine wesentlichen Überraschungen im Vergleich zu den Eindrücken aus dem zweiten freien Training am Freitag. Reifenmanagement und Streckenentwicklung reduzierten den Abbau in den letzten Stints leicht, ebenso wie der Einsatz beider Hard‑Sätze, die einige Teams aufgespart hatten. Die Medium war wahrscheinlich die effektivste Mischung im Durchschnittstempo und bot ein hervorragendes Gleichgewicht zwischen Grip und Abbau. Die beiden Ferrari‑Piloten zeigten dies im dritten Stint: Leclerc konnte vor seinem Ausfall nicht das Tempo seines Teamkollegen erreichen. Alle drei für das Wochenende ausgewählten Mischungen kamen im Rennen zum Einsatz. Auch die Soft fand trotz ihres schnellen Leistungsabfalls ihren Platz – sowohl am Start als auch in den Schlussphasen, mit wechselndem Erfolg.“