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⟡ Text – Fotos: Daniel Huber
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(Juli 2026) – Die neue Monster ist leichter, zugänglicher und moderner denn je – aber auch weniger wild. Die Ducati Monster ist zurück. Nach einem Jahr Pause startet das einstige Erfolgsmodell der Marke mit einem komplett neuen 890er-V2, weniger Gewicht und viel moderner Elektronik in die fünfte Generation.
EINST RETTETE SIE DUCATI
Das Konzept der 1992 an der Intermot in Köln vorgestellten Ur-Monster war denkbar einfach: Motor aus dem Supersport-Regal, Fahrwerk aus der Superbike-Welt, dazu möglichst wenig Verkleidung und kein teures Neudesign. Die 1993 lancierte M900 wurde zum Volumenmodell, das der damals angeschlagenen Marke dringend benötigte Stückzahlen brachte.
Mit mehr als 350 000 verkauften Einheiten entwickelte sich die Monster zum erfolgreichsten Modell der Ducati-Geschichte. Umso bemerkenswerter war ihr vorübergehendes Verschwinden aus dem Programm im Jahr 2025.
NEUSTART OHNE DESMODROMIK
Ein Grund für die Pause war die verschärfte Euro-5+-Norm. Ducati homologierte den bisherigen Testastretta-11°-Motor mit 937 ccm nicht mehr neu. Gleichzeitig hatte die Generation von 2021 mit Aluminium-Chassis statt Gitterrohrrahmen und ohne Einarmschwinge einen radikalen Stilbruch vollzogen, der nicht bei allen Ducatisti gut ankam und die Absatzzahlen einbrechen liess.
Die neue Monster führt den eingeschlagenen Modernisierungskurs aber konsequent weiter. Ihr 890-cm³-V2 verzichtet auf die traditionsreiche Desmodromik und arbeitet mit klassischen Ventilfedern. Dafür wächst das Intervall für die Ventilspielkontrolle auf bis zu 45 000 Kilometer. Das Aggregat wird schrittweise auch in Panigale V2, Streetfighter V2, Multistrada V2, Hypermotard V2 und DesertX eingesetzt. Das schafft kosteneffiziente Synergien.

Mit 111 PS, 91,1 Nm Drehmoment und 175 Kilogramm fahrfertigem Gewicht positioniert sich die Monster als zugänglichster Einstieg in Ducatis sportliche Modellwelt.
LEICHT UND UNKOMPLIZIERT
Schon auf den ersten Kilometern fällt auf, wie leichtfüssig die neue Monster wirkt. Gasgeben, Schalten, Bremsen und Einlenken gelingen beinahe intuitiv. Sie braucht weder viel Kraft am Lenker noch eine längere Eingewöhnung, sondern folgt kleinen Impulsen unmittelbar und berechenbar.
Auf kurvigen Strassen wirkt sie handlich und präzise, ohne nervös zu werden. Das geringe Gewicht nimmt engen Wechselkurven ebenso den Schrecken wie dem Rangieren im Alltag. Gleichzeitig bleibt genügend Stabilität, wenn das Tempo steigt. Damit ist die Monster sportlich, aber nicht anstrengend.
KRAFT OHNE DRAMA
Der neue V2 baut seine Leistung gleichmässig über das Drehzahlband auf. Die 111 PS sind jederzeit gut abrufbar, ohne jene rabiate Leistungsentfaltung, die ältere Ducati-Zweizylinder bisweilen zum Erlebnis – und zur Herausforderung – machte. Die Monster beschleunigt druckvoll, bleibt aber stets kontrollierbar und vermittelt auch weniger routinierten Fahrerinnen und Fahrern rasch Vertrauen.
Für eine Ducati ist der Motor allerdings erstaunlich leise. Euro 5+ nimmt dem V2 gezwungenermassen einen Teil seiner akustischen Italianità. Etwas gewöhnungsbedürftig ist zudem die Gasannahme aus dem Stand: Für ein sauberes Anfahren braucht es mehr Nachdruck am Gasgriff als erwartet, auch kurze Zwischengasstösse beantwortet der Motor eher verhalten.
MODERNE ELEKTRONIK
Das Cockpit ist übersichtlich, das grosse Display gut ablesbar. Mehrere Fahrmodi gehören ebenso zum aktuellen Standard wie die elektronischen Assistenzsysteme. Im Alltag überzeugt vor allem der Modus «Road»: direkt genug für engagiertes Fahren, aber nie unnötig aggressiv.
Weniger ideal ist die Ergonomie für grosse Fahrer. Mit 184 Zentimetern Körpergrösse empfand ich die tiefe Sitzhöhe von 815 Millimetern auf Dauer als etwas knapp, weil die Knie stark angewinkelt werden. Kleinere Fahrerinnen und Fahrer profitieren dagegen vom sicheren Stand. Für Grossgewachsene bietet das Zubehörprogramm höhere Sitzbänke und andere Fussrasten.
KURZFAZIT
Die neue Ducati Monster ist leicht, präzise und erstaunlich unkompliziert. Sie erfüllt die Ansprüche an ein modernes Allround-Nakedbike mit Bravour und ist der ideale Einstieg in Ducatis sportliche Welt. Gleichzeitig entfernt sie sich mit Aluminium-Chassis, Zweiarmschwinge und konventioneller Ventilsteuerung weiter von den Eigenheiten, die frühere Monster-Generationen unverwechselbar machten.
TECHNISCHE DATEN – Ducati Monster
Modell: Ducati Monster 2026
Motor: 90°‑V2, flüssigkeitsgekühlt, mit variabler Steuerung
Hubraum: 890 cm³
Leistung: 111 PS bei 9000 U/min
Drehmoment: 91,1 Nm bei 7250 U/min
Sitzhöhe: 815 mm
Fahrfertiges Gewicht: 175 kg
Preis: ab 13’490 Franken
⟡ Text – Fotos: Daniel Huber
Red. TSP
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