IM NEUEN VOLVO EX60 FÄHRT SCHWEIZER INNOVATIONSKRAFT MIT

Red. TSP

18/09/2026

Volvo x Bühler Group

Volvo EX60 2027 Buehler Group. Credit Volvo.

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⟡ Text Daniel Huber
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Volvo Car Switzerland lud zur ersten Testfahrt des neuen EX60 in der Schweiz etwas überraschend nach Uzwil zum Technologie- und Maschinenbaukonzern Bühler ein. Der Grund: Im Heck des neuen E-Flaggschiffs der Schweden, die seit 2010 zur chinesischen Geely-Holding gehören, steckt ein grosses Stück Schweizer Innovationskraft.

Am Presseanlass wurde einmal mehr betont, dass der EX60 in Schweden entworfen, entwickelt und gebaut wird, und zwar im Stammwerk Torslanda bei Göteborg, wo Volvo rund 10 Milliarden schwedische Kronen (ca. 850 Millionen Franken) in die Modernisierung investiert hat. Die Zusammenarbeit mit dem ostschweizerischen Traditionsunternehmen Bühler passt perfekt in dieses Bild eines konsequent europäischen Ansatzes. «Der EX60 verbindet unsere schwedischen Wurzeln mit Schweizer Technologie», bringt es Jesus Fernandez de Mesa, Managing Director von Volvo Car Switzerland, auf den Punkt.

Konkret geht es um ein 43 Kilogramm schweres Aluminium-Gussteil im Heck des EX60. Dies bestand früher aus rund 100 Einzelteilen und benötigte in der klassischen Fertigung unzählige Arbeitsschritte und Roboter für Stanzen, Fügen und Schweissen. Dank Megacasting entsteht das Bauteil nun an einem einzigen Ort und in einem Bruchteil der bisherigen Zeit – mit entsprechend weniger Fehlerquellen im Produktionsprozess. Produziert wird es auf zwei Carat‑840-Druckgusszellen von Bühler, die im Werk Torslanda stehen. Die Dimensionen der Anlage sind eindrücklich: Jede Zelle presst mit einer Schliesskraft von 84 000 Kilonewton respektive 8400 Tonnen, ist 7,6 Meter hoch, beansprucht 160 Quadratmeter Fläche und wiegt über 1000 Tonnen. Alle 120 Sekunden verlässt ein fertiges Gussteil die Zelle. «Wir sind stolz darauf, den Volvo EX60 mit einem Megacasting auf der Strasse zu sehen, das mit Bühler-Technologie gefertigt wurde. Dieser Meilenstein zeigt, wie enge Zusammenarbeit und Innovation im industriellen Massstab fortschrittliche Fertigungskonzepte in die Serienproduktion der nächsten Fahrzeuggeneration überführen können», sagt Cornel Mendler, Managing Director von Bühler Druckguss.

Ganz neu ist das Grundprinzip nicht: Auch Tesla verwendet Megacasting in seinen Modellen und auch chinesische Hersteller setzen schon länger darauf, teilweise sogar mit noch grösseren Pressen. Doch ist Volvo wohl der erste europäische Hersteller, der diese Technik in dieser Grössenordnung in die Serienproduktion bringt.

Der EX60 ist für Volvo aber weit mehr als ein etwas schlanker produziertes neues Elektroauto. Als erstes Modell auf der neuen Elektroplattform SPA3 markiert er einen doppelten Umbruch: Die Batterie wird nach dem sogenannten Cell-to-Body-Prinzip direkt als tragendes Strukturelement in die Karosserie integriert, dazu kommt ein neues 800-Volt-Bordnetz für deutlich schnelleres Laden. So sollen an einer 400-kW-Schnellladesäule in zehn Minuten bis zu 340 Kilometer Reichweite nachgeladen werden können. Zusammen mit dem BMW iX3 dürfte der EX60 damit zu den technologisch führenden Elektromodellen aus europäischer Fertigung zählen – und ist für Volvo so etwas wie der Hoffnungsträger für die kommenden Jahre.

Bühler Druckguss – Schweizer Giesserei-Know-how mit Tradition

Bühler Druckguss ist eine Sparte der 1860 gegründeten, Uzwiler Bühler Group. Das Familienunternehmen ist vor allem als Technologiepartner der Lebensmittel- und Futtermittelindustrie bekannt und weltweit in über 140 Ländern mit rund 12 000 Mitarbeitenden präsent. Doch auch im Metallguss schaut Bühler auf eine lange Tradition zurück: Bereits seit 1927 entwickelt das Unternehmen Druckgusslösungen, heute für Aluminium und Magnesium. Mit der Carat-Serie deckt Bühler Schliesskräfte bis 92 000 Kilonewton ab und zählt damit zu den führenden Anbietern für Megacasting-Grossanlagen weltweit: Über 60 Bühler-Megacasting-Lösungen sind bereits im Einsatz. Bühler begleitet seine Kunden dabei nicht nur mit der Maschine selbst, sondern über die gesamte Prozesskette hinweg: von der Teilekonstruktion über die Zellenintegration und Inbetriebnahme bis zu Schulung und Service während des gesamten Lebenszyklus. Die Partnerschaft mit Volvo Cars, im Mai 2022 initiiert, ist damit keine klassische Zulieferbeziehung für ein sichtbares Fahrzeugteil, sondern eine Schlüsselpartnerschaft in der Produktionsarchitektur des EX60.

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